Meinem Lehrkonzept voranstellen möchte ich zwei Zitate,

die meine Idealvorstellung vom Grundklang des Kontrabasses sehr genau beschreiben :


"So gespielt braucht der Kontrabass 

die Rivalität mit dem Violoncell nicht zu scheuen;

im Gegenteil, sein Ton hat eine edle Männlichkeit, die dem Violoncell fehlt."

(Richard Strauss über den Kontrabassisten 

Eduard Madenski (1877-1921))


"...eine Kantilene(...), die an Schlackenlosigkeit und Tonschönheit der des Cellos in nichts nachsteht, 

ihr aber an Markigkeit und Kraft überlegen ist!"

(Wilhelm Furtwängler über Eduard Madenski)

Der Kontrabass-Grundklang sollte unabhängig von anderen Instrumenten sein, maskulin - markig ähnlich einem Bariton-Sänger wie z.B. Lado Ataneli oder Robert Hale. Darüber hinaus sollte ein Kontrabass aber auch samtig wie Matthias Goerne, kraftvoll wie Matti Salminen klingen, in hoher Lage sogar weiblichen Charme wie Julia Varady haben. 


Sie sehen: Sänger sind meine Ideale. Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit ist ebenso wichtig wie eigener Charakter. In virtuoser Hinsicht sollte der Kontrabass sich an anderen Streichinstrumenten orientieren.


Lehrkonzept


Seit 2009 bin ich neben meiner Tätigkeit als 1.Solokontrabassist im

NDR Elbphilarmonieorchester Hamburg

Professor für Kontrabass an der 

Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.


Grundlagen meiner Technik sind die Tonleiter- und Akkordstudien von Josef Prunner (ein Schüler des o.g. Eduard Madenski) sowie die Werke von Franchesco Petracchi und Duncan McTier, die den manuellen Voraussetzungen jedes Studenten gemeinsam mit dem Studenten individuell angepasst werden und im Ergebnis standardisierte Fingersätze auf Grundlage der Harmonien bieten.

Hinzu kommen Einflüsse aus der sog. Dispokinesis nach G.O. v.d. Klashorst, die den optimalen Einsatz der körpereigenen Gewichte (z.B. des rechten Arms) ermöglichen, was wiederum den Bewegungs- und Kraftaufwand beim Spiel minimiert und so zu größtmöglicher Effizienz führt. 

Nur eine effiziente Technik kann den Kontrabass zu anderen Streichinstrumenten konkurrenzfähig machen !


Wesentlichster Teil der technischen Ausbildung ist die Selbstbeobachtung des Studenten, die ich durch Fragen gezielt fördere. 

Darüber hinaus ist für mich die Beschäftigung mit der eigenen (Natur-) Singstimme ein wichtiger Ansatz bei der Beschäftigung mit Instrumentalmusik.


Im künstlerischen Teil der Ausbildung arbeite ich sowohl mit Originalkompositionen für Kontrabass als auch mit Bearbeitungen von Werken großer Komponisten.


Wie Sie an meinem Lebenslauf erkennen können, war bzw. bin ich Mitglied in vier deutschen Spitzenorchestern.

Ich bin mit Leidenschaft Orchestermusiker und möchte jungen Musikern diese Leidenschaft vermitteln und den Einstieg ins Berufsorchester erleichtern.


Nicht jeder Student verfügt bereits am Anfang des Studiums über die instrumentalen Fähigkeiten, anspruchsvolle Literatur spielen zu können. Es bedarf einer fundierten technischen und künstlerischen Ausbildung am Instrument, die lange Zeit in Anspruch nimmt.

Während der Zeit der instrumental-künstlerischen Ausbildung kann man sich aber mit den Anforderungen der Literatur geistig auseinandersetzen.

In meinem Konzept geschieht dies parallel zum Hauptfachunterricht durch inhaltliche, stilistische, formale, harmonische und technische Analyse der Literatur und ausgewählter Orchesterstellen. Erarbeitet wird eine Zielvorstellung eines Werkes, die von den individuellen instrumentalen Fähigkeiten unabhängig ist.

Hat man eine eigene Zielvorstellung vor "Augen", fällt die individuelle Arbeit am Instrument leichter.

Die Ergebnisse der theoretischen Arbeit fließen nach und nach in den Hauptfachunterricht ein.